Presse:
NGZ online, 7. Februar 2010
1200 Fans bei "Still Collins"
Die Coverband begeisterte im ausverkauften Albert-Einstein-Forum die Kaarster Zuschauer. Die alten Genesis-Klassiker und Phil Collins-Solohits sorgten bei einigen Zuhörern für ungeahnte Tanzdarbietungen.
Kaarst Nichts kann den Menschen so sehr in seinen eigenen Erinnerungen versinken lassen wie Musik: Mit ihr verbinden wir Bilder und Gefühle, und wenn das eine, dieses ganz bestimmte Lied plötzlich aus dem Radio erklingt, startet zwangsläufig das Kopfkino. Die Party zum 18. Geburtstag, die Abschlussfeier, der Zelturlaub – ach ja, die gute alte Zeit! Innerhalb von Minuten gelang es der Coverband "Still Collins" am Samstagabend, das seelige Lächeln dieser Erinnerungen auf die Gesichter der begeisterten 1200 Besucher des Albert-Einstein-Forums zu zaubern.
Wie ein Fieber breitete sich die entspannte Ausgelassenheit im orangen-weiß strahlenden Licht aus. Frauen und Männer unterschiedlichen Alters, Paare und Grüppchen lauschten gierig, in der Hand ein Glas Bier und auf den Lippen stets die nächste Textzeile. Seit mittlerweile 15 Jahren touren die sieben Mitglieder der Kölner Band durch das Land und begeistern Tausende mit ihren originalgetreuen Versionen der berühmten Lieder von Phil Collins und Genesis. Dabei kann das, was Sänger Sven Komp und seine Kollegen auf der Bühne präsentieren, unmöglich nur als "Nachahmung" bezeichnet werden – vielmehr ist es eine ehrfürchtige Verneigung vor einem großartigen Musiker und eine schöne Art, Danke zu sagen.
Das Publikum im AEF verneigte sich seinerseits vor der Band, denn Komps Stimme kann dem Original durchaus das Wasser reichen. Und auch Uli Opfergelt (Gitarre), Christoph Wüllner (Keyboard), Wolfgang Braun (Keyboard), Martin Littfinski (Schlagzeug), Markus Hartmann (Bass) und Jeannette Marchewka (Backgroundgesang) wissen ziemlich genau, wie sie eine Menge tanzwütiger Leute mitreißen können. Und so waren die Kaarster Bewegungstalente praktisch überall zu erspähen: Der wilde Arm- und Beinschwinger, der zurückhaltenden Fußwipper und der zufriedene Kopfnicker. Praktisch niemand schaffte es, sich dem Bewegungsdrang völlig zu widersetzen – erst recht nicht nach der entsprechenden Aufforderung des sympathischen Sängers mit dem Lockenschopf.
Lauter Applaus und zustimmendes Pfeifen füllte das Forum zwischen den einzelnen Liedern. "I can't dance", "Something happened on the way to heaven", "Don't lose my number", "Easy Lover" lauten die Titel der Ohrwürmer des unverwechselbaren Londoner Sängers, der 1970 als Schlagzeuger zur Band Genesis stieß und sie 1996 zugunsten seiner Solokarriere wieder verließ. Einer jüngeren Generation ist er vor allem durch seine Soundtracks bekannt: Für die Musik zum Disney-Film "Tarzan" erhielt Phil Collins sogar einen Oscar. Gäbe es einen Kaarster Oscar, so ginge der jedoch in diesem Jahr zweifellos nicht an Phil, sondern an Still Collins.
VON ANNA SCHNÜRCH