Presse:
Cellesche Zeitung, 29. September 2009
Wenn Prinz Charles ein
Genesis-Solo zupftMit eigenem Stil: Coverband „Still Collins“ überzeugt beim Auftritt
in Celler CD-KaserneVon Jürgen Poestges
CELLE. Es ist immer so eine Sache mit Coverbands. Sie machen eben nichts eigenes, spielen „nur“ die Stücke von anderen nach – denkt man. Wer aber am vergangenen Sonnabend den Weg in die CD-Kaserne gefunden hatte und dann „Still Collins“ live auf der Bühne gesehen und gehört hat, der weiß jetzt, dass es auch anders geht.
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„Jesus he loves me“: Sänger Sven Komp in Aktion (Mitte). „Still Collins“ überzeugten in der CD-Kaserne. Foto: Müller
Klar, die sieben Musiker um den Sänger Sven Komp – der im übrigen am frühen Sonnabendmorgen Vater eines strammen Jungen geworden war und mit zwei Stunden Schlaf das knapp dreistündige Konzert absolvierte – spielten Musik von Phil Collins, Genesis und Peter Gabriel. Aber die Band versteht es, sich nicht zu verbiegen, ihren eigenen Stil in die Hits, die jeder kennt, einzubringen.
So stockt der geneigte Zuhörer ab und an mal kurz, wenn mitten im schönsten Collins- Stück auf einmal ein Gitarren- Solo aus Michael Jacksons „Beat it“ ertönt oder „We will rock you“ von Queen mal kurz dazwischen geschoben wird. Deep Purple und AC-DC waren auch im Programm.
Absoluter Höhepunkt: „Land of confusion“: Die Band-Mitglieder mit Gummi-Masken auf dem Kopf. Wer einmal Gitarrist Uli Opfergelt als „Prinz Charles“ sein Solo abziehen sieht und hört, der weiß, was mit eigener Note gemeint ist.
Überhaupt muss man den Musikern bescheinigen, dass sie ihre Instrumente beherrschen – was bei Musik von Genesis wohl auch zwingend notwendig ist. Nicht zuletzt der Schlagzeuger ist da gefordert: Martin Littfinski brillierte mit dem guten Collins-Sound.
Die Fans, die leider nicht zahlreich erschienen waren, bekamen einen tollen Querschnitt durch die guten alten Genesis-Zeiten mit „I know what I like“ oder „Follow you, follow me“ zu hören. Dazu natürlich die „Greatest Hits“ von Phil Collins: „In the air tonight“, „You can’t hurry love“ oder – super schön – „Another day in paradise“. Als besondere „Schmankerl“ hat die Band auch zwei Peter-Gabriel- Stücke im Programm: „Solsbury Hill“ und „Sledgehammer“ – und auch diesen Part „lebte“ Sänger Komp auf der Bühne. Was so ganz nebenbei, beweist, wie ähnlich sich die Stimmen von Gabriel und Collins doch eigentlich sind.