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Presse:

Passauer Neue Presse, 1. September 2008

Einziger Makel:
Schwächen in Erdkunde

Phil-Collins-Coverband »Still Collins« begeisterte beim Open Air
zum Auftakt des Tanner Kunstmarktes

Tann. Es war ein Konzert der Superlative: »Still Collins« haben am Samstagabend beim Open Air in Tann die Besucher begeistert. Die nach eigenen Angaben erfolgreichste Phil-Collins-Coverband Deutschlands eroberte die Herzen am Marktplatz im Sturm.

700 Auftritte haben Still Collins in den vergangenen 13 Jahren absolviert - 700 Auftritte, »und doch sind wir heute zum ersten Mal in Niederbayern«, muss Sänger und Frontmann Sven Komp erstaunt feststellen. Da gibt es natürlich Orientierungsprobleme (»Ist München noch Niederbayern?«) und Schätzungsfehler (»Wie weit fährt man von hier nach Österreich? Zwei Stunden?«).

Doch alles in allem fühlt sich die Band aus dem Rheinland in Tann dann doch »super wohl«. Während draußen auf dem Marktplatz »Simple Service« aus Simbach bereits die Mengen anheizt, bespricht die Band im Büro der Brauerei Weideneder noch einmal den Ablauf des Abends, Intro oder nicht, und wie ist denn das niederbayerische Publikum eigentlich so drauf?

Seelenruhig sortiert Frontmann Sven Komp während des Zeitungsinterviews seine Bühnenklamotten: weiße Hose, weißes Shirt, weißes Hemd, weiße Boxershorts legt er sorgfältig nebeneinander. Erinnerungen werden wach: »Ich hab mich ja mal vor einigen Jahren an der Uni Passau eingeschrieben, dann aber mein Studium doch nicht angetreten«, kann Gitarrist Uli Opfergelt als Einziger irgendwelche Wurzeln zur Region vorweisen, »ansonsten waren wir auch erst fünf Mal im CSU-Land«, zählt er die wenigen Konzerte im Freistaat auf.

Vielleicht wird sich das bald ändern: Denn ihr Auftritt hat bislang alles Dagewesene beim Tanner Kunstmarkt Open Air in den Schatten gestellt. Nicht Barbara Clear, nicht die Abba-Coverband A4U wussten die Besucher so zu begeistern wie es Still Collins am Samstagabend vermochte. Auch wer kein Phil Collins- und Genesis-Fan war, konnte sich Charme und Show der Band nicht entziehen.

Zwar brauchten Musiker und Zuschauer bis zur Pause, bis sie sich einander angenähert hatten - der Platz vor der Bühne blieb lange Zeit leer -, doch dem Ohrwurm-Virus von Songs wie »Can't hurry Love«, »Two Hearts« oder »Don't lose my Number« konnte sich am Ende wirklich niemand mehr entziehen. Zumal Sänger Sven Komp mit seiner genialen Stimme wohl selbst Phil Collins in den Schatten stellen würde - so perfekt imitiert er das große Vorbild.

Natürlich müssen die großen Balladen an diesem Abend nicht draußen bleiben - der guten Stimmung zuliebe beschränken sich Still Collins jedoch auf einige wenige wie »Another Day in Paradise« oder »Carpet Crawlers«. Ansonsten heißt es Tanzen, bis die Schuhsohlen brennen. Natürlich darf auch mitgesungen werden. Das Schöne an Genesis-Hits ist doch, dass sich jeder Refrain in ein großes Gemeinschaftswerk zwischen Künstler und Publikum zusammenfügt.

Derart gute Resonanz lässt die Band fast ein wenig traurig werden beim Gedanken an Abschied: »Ich hoffe, dass wir nicht wieder 700 Auftritte brauchen, bis wir das nächste Mal in Niederbayern spielen werden«, wünscht sich Sven Komp.

Von Doris Altmannsberger.

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