Presse:
Pirmasenser Zeitung, 14. Januar 2008
„Gott sei Dank gibt es noch Musikclubs wie das Quasi“
PZ-Interview mit Christoph Wüllner, Keyboarder von „Still Collins“
Vor sieben Jahren feierte die Phil-Collins- und Genesis-Cover-Band Still Collins im damaligen Quasimoto und jetzigem Quasimodo in Pirmasens Premiere. Am Freitag, 18. Januar, 21 Uhr, ist es wieder soweit, das Septett aus Bonn ist nach vielen Auftritten auf der Husterhöhe zurück in ihrem „Wohnzimmer“. Der für die Gruppe immens wichtige Keyboarder Christoph Wüllner stellte sich im Vorfeld des Auftritts den Fragen von PZ-Mitarbeiter Marcus Wadle.
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Mit „Still Collins“ ist Keyboarder Christoph Wüllner am Freitag im Quasimodo in Pirmasens zu hören. (Foto: Wadle)
Ihr seid mit Eurer Interpretation von Phil Collins und seiner Zeit bei Genesis sehr nahe am Original. Wie wichtig ist bei der Umsetzung das Keyboard und damit verbunden Dein Part?
Wüllner: Das Keyboard mit seinen Loops und Samples ist sehr wichtig für den Wiedererkennungswert bei vielen Stücken, sie machen mit den Reiz aus. Ich bin zuständig für Samples und Loops, die ich per Hand über die Tastatur starte. In der Formation, wie wir im Quasi spielen, übernehme ich auch die Bläserparts.
Zum Original ist von Deiner Keyboard- Arbeit nicht wirklich ein Unterschied zu erkennen. Die Original- Sounds mit Loops und Synthesizern erscheinen bei Dir authentisch. War es schwierig, sich die Sounds zu besorgen, die in den Vorlagen zu hören sind?
Wüllner: Alle Loops habe ich gesampelt. Ein Originalsound kommt bei mir zum Beispiel bei „Land of confusion“, das ist ein Fairlight-Sound. Andere Sounds sind mit hohem Zeitaufwand nachgebaut.
Ihr steht mit zwei Keyboardern auf der Bühne. Wer ist bei Euch für welchen Part zuständig?
Wüllner: Beide Keyboarder ergänzen sich optimal. Von meinem Kollegen Wolfgang Braun kommen die „Brot und Butter-Sounds“, die Klaviere, Rhodes und Orgeln. Wenn Wolfgang einen Piano-Part spielt, übernehmeich den Streicher-Part. Phil Collins hat 1990 auf der Tour übrigens auch mit zwei Keyboardern gearbeitet.
Du hast vorhin Bläserparts angesprochen. Ihr spielt auch ab und zu mit einem Bläsersatz. Verändert sich dann Deine Aufgabe?
Wüllner: Ich spiele dann nur noch mit einer Hand (lacht). Nein. Ich habe auch dann genug zu tun. Ich singe ja auch noch mit unserer Sängerin Caren im Background.
Das Thema Phil Collins und Genesis ist anscheinend zeitlos, was an Eurem gut gefüllten Terminkalender und Euer langjähriges Wirken zeigt. Was macht Phil Collins beziehungsweise seine Musik aus?
Wüllner: Phil Collins ist für mich einer der erfolgreichsten Songschreiber eingängiger Pop-Songs.
Hast Du Lieblingslieder im Konzert, die Du gerne spielst?
Wüllner: Bei „In the air tonight“, „Mama“, oder „Another day in paradise“ bekomme ich immer noch Gänsehaut.
Ihr spielt jetzt schon einige Jahre in Pirmasens im Quasi und trifft auf ein treues Publikum. Ist der Musikclub für Euch etwas besonderes?
Wüllner: Auf jeden Fall. Wir spielen immer wieder gerne im Quasi und freuen uns auf den Freitag. Ich hoffe, wir werden noch viele Auftritte dort spielen und unsere Fans erfreuen.
Ihr spielt bundesweit, lernt dadurch viele Clubs kennen. Kannst Du das Quasimodo einordnen?
Wüllner: Gott sei Dank gibt es noch Clubs wie das Quasi. Ein schöner Laden, hier wird noch etwas für den regionalen Kulturbetrieb getan und das kann man nie hoch genug einschätzen. Es ist ja im Laufe der Jahre schwieriger geworden mit der Club-Szene.