Presse:
KEYBOARDS, 2/07
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Showtime: Auf der Bühne mit Still Collins
Das Bühnenequipment angesagter Bands, Teil 1
Obwohl der typische Genesis/Collins-Sound bleibt ...
Trotzdem, denn die Sounds werden z.T. gelayert, ich mische dann noch Sachen bei, so ein Örgelchen hier oder 'ne Modulation da, innerhalb der stücke schraube ich relativ viel rum - Keyboardjob eben - wir müssen ja immer schrauben. Nur drücken ist langweilig!Klar, wir versuchen möglichst authentisch zu sein, was den Sound anbelangt, aber wenn die Sounds uns allzu "quengelig", ätzend, 80ermäßig erscheinen, nehmen wir uns die Freiheit, die ein bisschen "aufzuspritzen", zu modernisieren, damit der Sound druckvoller und ausgewogener ist.
Christoph: Ein Originalsound kommt bei mir z.B. bei "Land of Confusion", das ist ein Fairlight-Sound aus dem ESI4000, das ist dann genau der Sound, den hatten sie damals eben auch dabei, im EMAX II halt.
Wo müsst ihr Kompromisse eingehen?
Die Leute sind heute viel verwöhnter, was den Sound angeht. Egal, ob man in eine Show geht oder daheim im Ohrensessel sitzt, die Leute erwarten einfach einen "tierischen" Sound, egal wie leicht oder schwer sich das verwirklichen lässt. Die "Verpackung", sprich: die Qualität der Produktion hat mehr Gewicht bekommen.![]()
Das Rack von Christoph Wüllner: Behringer Eurorack Pro, Roland Fantom XR, Emu ESI4000, SCSI-Laufwerk, DI-Boxen und EarSafe-Monitor [Bild zum Vergrößern klicken]
Spielt ihr eine Show nach oder das, was euch aus dem Repertoire von Genesis und Collins gefällt?
Wolfgang: Klar, das wäre eine Möglichkeit, eine komplette Show. Das machen z.B. "Musical Box" aus Kanada, die spielen komplette Genesis-Touren von A bis Z, etwa die "Foxtrot"-Tour, mit allen Klamotten und den Requisiten, das gibt's auch. Aber wir sehen das ein bisschen lockerer. Wir bauen uns unser Set selbst zusammen.Christoph: Wir können dann eben auch variieren, wenn wir in Läden spielen, wo wir schon zwei, drei Mal gespielt haben.
Wolfgang: Wir zitieren in unserer Show auch andere Bands, da kommt mal was von Yes, von AC/DC, Deep Purple, Nik Kershaw, Michael Jackson, sogar vom alten Ludwig van Beethoven ist was dabei: sachen, die jeder kennt, worauf sich jeder freut - auch die Musiker.
Christoph: Die Zitate kommen dann plötzlich in den Songs irgendwann vor, schleichen sich rein und wieder raus, und daran haben sowohl wir wie auch das Publikum Spaß.
Wolfgang: Wir spielen aber auch eigene Titel, die natürlich ein bisschen den Geist von Phil Collins bzw. Genesis in sich tragen sollen. Wir haben eine Maxi-CD mit vier eigenen Songs rausgebracht, und unser jüngster Release, eine Live-Scheibe ("Ballads and Lovesongs") mit ausschließlich ruhigen Titeln enthält als Bonus-Track "Hold Her Back", unsere jüngste Studioproduktion.
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Das Setup von Wolfgang Braun:
Roland XP-80 und Roland Fantom X6
[Bild zum Vergrößern klicken]Zum Abschluss: Pleiten, Pech und Pannen?
(Wolfgang deutet auf Christoph) Sein Equipment! (beide grinsen)Christoph: Der schlimmste Gig war letzten Sommer irgendwo in der Pfalz, da ist mir das MK88 abgeraucht. Es herrschten ca. 40 Grad Außentemperatur, Open Air, die Sonne schien aufs Keyboard, und irgendwann qualmte es aus dem Keyboard raus, und das Netzteil ging in Flammen auf.
Ich hab immer ein bisschen Angst vor Stromausfällen - die erleben wir sporadisch auch - da muss man den ESI4000 laden und hochfahren, das dauert dann sechs, sieben Minuten, die werden dann zur Ewigkeit.
Schlimm sind auch die Momente, wenn man "fickerig" ist, und wenn dann zuviel Nebel auf die Bühne geworfen wird, dann sieht man den Kollegen nicht mehr. Dann auf Sicht zu spielen wird schwierig.
Einmal hab ich sogar bei einem Job Stage-Diving gemacht - unfreiwillig! Da bin ich wirklich kopfüber ins Publikum gefallen, weil ich die Monitorbox vorne übersehen habe und drüber gestolpert bin. Ich kam dann wieder ganz "beduddelt" auf die Bühne, bin an mein Keyboard gewackelt und hab weiter gespielt. Erst später hab ich gemerkt, dass mir das Blut über die Stirn lief - und dann haben die (zeigt auf die Band) mich ausgelacht ...
Alle: (lachen) Wie gemein!

