Presse:
KEYBOARDS, 2/07
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Showtime: Auf der Bühne mit Still Collins
Das Bühnenequipment angesagter Bands, Teil 1
Wir sprachen eben über die Verteilung eurer Parts, könnt ihr da noch etwas Genaueres sagen?
Wolfgang: Von mir kommen die ganzen "Brot- und Butter-Sounds", die Klaviere, die Rhodes, die Orgeln, der ganze pianistische Part.Die Standardfrage: Wie oft probt ihr in der Woche?
Wir proben einmal in der Woche, der Rest kommt dann beim Soundcheck...Wolfgang, auch an dich die Frage: Welche Ausbildung hast Du?
Wolfgang: Ich habe an der Musikhochschule Köln studiert, Komposition und Klavier am Jazzseminar, u.a. bei Frank Chastenier, dem Pianisten der WDR-Bigband.Und wie kommt man vom Jazz zu einer Phil-Collins/Genesis-Tribute-Band?
Weil ich mit dieser Musik groß geworden bin. Ich habe mit zehn Jahren angefangen, dieses Zeug zu hören, vor allen Dingen gilt meine Liebe den alten Genesis-Sachen, zu Gabriels Zeiten und die direkte Post-Gabriel-Zeit. Am spannendsten finde ich übrigens die romantischen Balladen, die durchkomponierten Songs. Da kommt das her, das ist mein wichtigster Beweggrund.Ich habe im Hauptberuf einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Maastricht für Komposition im Jazzbereich. Irgendwann wurde ich gefragt: Wir brauchen eine Aushilfe, willst du? Und als ich hörte, dass Stücke von Genesis und Gabriel auf dem Programm standen, sagte ich nur: "Find ich geil - ja, mach ich!"
Bei dir steht welches Equipment auf der Bühne?
Ich hab nur Roland-Geräte, ausschließlich. Mir geht es um eine einfache Gleichung "Sound durch Gewicht". Ich glaube, ich habe so ziemlich das kompakteste zweimanualige Keyboard-Setup, das man haben kann. Ich trag knapp 20 Kilo mit mir rum, das ist für mich ganz wichtig.
Mit dem XP-80 und dem Fantom X6 bekomme ich im Prinzip alles, was ich brauche. Es sind ja eigentlich viele originäre Roland-Sounds, die von Collins-Keyboarder Brad Cole abgefeuert werden. Dazu noch ein paar Charakter-Sounds aus der Korg Wavestation. Brad Cole hat ja immer noch zwei Wavestations im Rack auf der Bühne stehen.Ich habe mittlerweile kein Rack mehr und bin darüber sehr, sehr glücklich. Ich gehe einfach über den Mix-Out des XP-80 in den Mix-In vom Fantom X6 und schicke dann das komplette Signal mit zwei Stereoklinken über DI-Boxen - fertig!
Ganz simpel, möglichst wenige Fehlerquellen. Ich arbeite sogar ohne Volumenpedal, mache das dann von Hand. Wenn ich mich deutlich verbessern wollte, müsste ich schon eine richtige Hammond mitschleppen... So sind zwar Kompromisse zu machen, dafür kriege ich mein Zeug in zwei Gängen locker rein und raus getragen - und habe anschließend keine Rückenschmerzen.
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Wolfgang Braun [Bild zum Vergrößern klicken]
Du hast auf dem Keyboardständer noch ein Case liegen?
Damit ich die Höhe habe. Ich bin knapp zwei Meter groß und habe wirklich bis heute keinen für mich passenden Keyboardständer gefunden. Es ist grauenhaft. Und ich mag nicht so vornüber gebeugt spielen. Das geht irgendwann auf die Knochen. Und diese eierigen einfüßigen Dinger mag ich überhaupt nicht. Wir spielen auch im Stehen, alles andere ist sch... Wir spielen Rock'n'Roll, und ein Rock/Pop-Keyboarder muss im Stehen spielen, das geht nicht anders.Dein Monitoring?
Ich habe mich selbst im rechten Ohr (grinst), links trage ich einen Ohrschutz und gebe mir darauf eine Monitorbox. Aber ich will jetzt auch auf In-Ear umsteigen.Nochmal zu meinen Keyboards: Die Rolands sind ja wirklich in erster Linie starke Preset-Schleudern, grad das XP-80 hat die wichtige Eigenschaft, dass ich in Echtzeit auf alle wesentlichen Parameter Zugriff habe, die ich während des Spiels brauche, und das ist für mich wichtig. Es hat ja diese beiden frei zuweisbaren Regler CS-1 und CS-2, die habe ich mir programmiert und fahre sie über MIDI - ich hab einfach MIDI-Out mit MIDI-In des X6 verbunden und umgekehrt - und fahre die beiden Regler entsprechend, einmal ist der eine Master und der andere Slave, einmal umgekehrt.
Insgesamt ist es übrigens nicht zu unterschätzen, wie viele Sounds am Abend abgefeuert werden. Wenn wir zweieinhalb Stunden Programm spielen, gehen so an die 60 bis 80 Sounds raus.
