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Presse:

KEYBOARDS, 2/07

Showtime: Auf der Bühne mit Still Collins

Das Bühnenequipment angesagter Bands, Teil 1

Beide waren dabei - wie auch der Rest der Band - total locker und entspannt, denn das Equipment stand bereits auf der Bühne und funktionierte, die PA vom Veranstalter war in Ordnung - und außerdem hält sich das Lampenfieber bei über 70 Auftritten im Jahr in Grenzen. Zunächst sprach ich mit Christoph.

Christoph, wie wird man Keyboarder in einer der angesagtesten Phil-Collins-Tribute-Bands?
Ich habe eine klassische Kirchenorgelausbildung - mit Examen! - und bin auch heute noch eigentlich leidenschaftlicher Orgelspieler. Bevor es Still Collins gab, habe ich viel Tanzmucke gespielt, oft im Duo, aber immer mit dem Anspruch, alles live zu spielen. Im Laufe der Zeit bin ich dann zum Keyboard gekommen, habe dabei immer sehr gerne Basspedal gespielt - damals habe ich mir ein zweioktaviges MIDI-Pedal gekauft - und zwei Masterkeyboards, so konnte ich alles schön splitten und live spielen. Aus dieser Zeit stammt meine Vorliebe für das Elka MK88, das ich heute noch bei Still Collins einsetze.

Christoph Wüllner [Bild zum Vergrößern klicken]

Kannst du von den Gigs bei Still Collins leben?
Mehr als 70 Gigs jedes Jahr bringen zwar ein gewisses Einkommen, aber ich arbeite auch als Musiklehrer an einem Gymnasium und an einer privaten Musikschule.

Was steuerst Du mit deinem Masterkeyboard an?
Im Rack befinden sich ein Emu ESI4000 und ein Roland Fantom-XR, gemischt werden die Signale über einen 19"-Mixer von Beringer, den find ich ganz gut. Die Firma ist ja manchmal umstritten, aber das Teil ist absolut in Ordnung: einstöpseln und funktioniert.

Die Stereosumme gebe ich dann über meine DI-Boxen an den Mixer. Ursprünglich waren die DI-Boxen nicht im Equipment integriert, da gab es öfter Probleme, weil die DI-Boxen der PA-Verleiher defekt waren. Jetzt ist das optimal, und ich habe sehr schnell aufgebaut. Übrigens besitze ich alles, wirklich alles, doppelt, von den Ohrhörern über alle Rack-Komponenten, sogar das MK88 habe ich zeimal. Das hat große Vorteile, wenn wir zwei Jobs hintereinander haben, da ist kaum Zeit für den Aufbau.

Gibt es Schwierigkeiten bei der verwaltung von Sounds, Patches, Samples etc.?
Wenn man an diese Arbeitsweise gewöhnt ist, ist das kein Problem.

Dein Monitoring?
In-Ear von Hearsafe, zwei Wege. Auch dieses Signal regle ich in der Lautstärke selbst, ich bekomme die Master-Summe vom Mischpult aufs Ohr. Das reicht mir völlig, und über die Mikros der Sänger habe ich auch genügend Rauminformationen, sodass wir auf zusätzliche Ambient-Mikrofone verzichten.

Welche Aufgaben hast du in einer Band mit zwei Keyboardern?
Ich bin zuständig für Samples und Loops. Alle Loop-Geschichten starte ich per Hand über die Tastatur ein. Und wenn mein Kollege Wolli die Pianoparts spielt, spiele ich die Streicher. Und ich übernehme gleichzeitig in der siebenköpfigen Formation die Bläserparts. Das bietet sich einfach an bei Phil Collins, er hat ja 1990 auch mit zwei Keyboardern gearbeitet.

Ihr spielt aber auch schon mal mit echten Bläsern?
Ja, wir bieten mehrere Besetzungen an, die Grundbesetzung sind sieben Leute. In der großen Besetzung kommen noch vier Bläser und in der kompletten Besetzung zusätzlich noch ein Percussionist (Tom Schäfer) hinzu.

An dieser Stelle mussten wir das Gespräch unterbrechen, weil Christoph zum Soundcheck gerufen wurde. Später setzten wir das Gespräch zusammen mit Wolfgang fort.

 

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