Zum Textanfang springen...

Zur Navigation springen...

Presse:

Die Rheinpfalz, 14. März 2005

Auch Peter Gabriel wird nicht vergessen

„Still Collins“ vor 450 Zuhörern im Quasimodo
Von unserem Mitarbeiter Dirk Müller

„Trauen Sie Ihren Augen, denn er ist es natürlich nicht! Aber trauen Sie Ihren Ohren, dann werden Sie glauben, er sei es doch!“ Die Bonner Band „Still Collins“ kündigt sich seit jeher mit derartigen Aussagen ganz groß und selbstbewusst an. Und das völlig zu Recht, hat man doch einen Sänger wie Sven Komp an der Bühnenfront und hervorragend ausgebildete Musiker daneben, die einfach dazu verdammt zu sein scheinen, die Hits des Phil Collins originalgetreu auf den Punkt zu bringen. Das zeigte auch ihr Gastspiel am Freitagabend im Pirmasenser Musikclub „Quasimodo“.

Um den britischen Superstar zu interpretieren, bedarf es keiner Selbstdarsteller, die sich in den Vordergrund spielen wollen. Was zählt, sind solide technische Fähigkeiten, die in den Dienst der Band zu stellen sind, um das von vielen, auf den ersten Blick zwar winzig kleinen, aber letzten Endes immens wichtigen Nuancen, geprägte Gesamtbild auch voll auszumalen und dadurch den unmissverständlichen Groove zu erzeugen, der die Massen seit Jahrzehnten bewegt.

Komp hat alles im Griff

Das haben die Herren Musiker drauf, keine Frage. Und so bewegten sich im Umkehrschluss auch die ausgelassen feiernden knapp 450 Besucher, sangen und tanzten mit was das Zeug hält, schmusten zu den herzzerreißenden Balladen und erfreuten sich an Komps lockerem Umgang. Er hatte wieder mal alles im Griff, adaptiert die lockere Collins-Show, dass es einem schon

beinahe Angst und Bange wird, wirkt natürlich, locker, einfach ehrlich.

Bemerkenswert ist die scheuklappenfreie Songauswahl der Coverband, die eben nicht „nur“ Collins' sagenhafte Solokarriere und seine nicht minder ereignisreiche Zeit bei „Genesis“ durchleuchtet: Sven Komp trägt quasi als Phil Collins den Solohit des „anderen“ „Genesis“-Sängers Peter Gabriel, „Siedgehammer“, in einer hoch interessanten Art und Weise (weil eben mit Collins' einzigartiger Stimmfärbung) vor.

Und mit einer herrlichen Selbstverständlichkeit streut man immer mal wieder kurze Medleys ohne hakende Knotenpunkte ein, vermischt Klassiker wie „Smoke On The Water“, „Jump“ oder „Highway To Hell“ spielend leicht mit den Hits des eigenen musikalischen Vorbilds.

Ein zusätzliches Bonbon waren zwei Songs aus der „Still Collins“-Feder, die unlängst anlässlich dss „Zehnjährigen“ veröffentlicht wurden. „Beautiful Thing“ etwa, die funky Gute-Laune-Nummer mit Reggae-Touch, reicht zwar nicht an die Ausstrahlung und Klasse des Vorbilds heran, ist aber alleine durch die wohl bekannte Stimme des Meisters eine wohltuende Abwechslung zwischen all den altbekannten Superhits, die man eben schon gefühlte zwei Millionen Mal gehört hat.

Ein sehr stimmungsvoller und kurzweilig gestalteter Konzertabend war's; zufriedene Blicke, wohin das Auge reicht. Hier sind einfach Profis am Werk, die aber keineswegs oberflächlich abgeklärt oder mit aufgesetzter Show daherkommen.

Zum Textanfang springen...
Zur Navigation springen...