Presse:
Münsterland-Zeitung, 12. Januar 2004
Überhaupt nicht still...
Phil-Collins-Coverband begeistert drei Stunden in ausverkaufter Logo-Konzerthalle
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Multitalent: Als energiegeladener Animateur wie auch als Komiker und Verkleidungskünstler überzeugte Still-Collins-Sänger Sven Komp.
Ganz und gar nicht still, sondern mit einer Menge musikalischem Können, echter Begeisterung und viel Esprit brachte die Coverband „Still Collins“ am Samstagabend im vollen Konzertsaal des Logo drei Stunden lang die Musik des Weltstars Phil Collins und der legendären Rock-Band „Genesis“ auf die Bühne.
Dass „Still Collins“ auch wirkungsvolle Show-Einlagen beherrschen, zeigt sich gleich zu Beginn beim Intro zu „I can't dance“, als alle sieben Band-Mitglieder im roboterhaften Stakkatoschritt (wie auf dem Cover des Live-Albums „The way we walk“) von der Bühne aus erst einmal eine Runde durch das Publikum drehen, bevor mit „Don't lose my number“ zum ersten mal so richtig die Post abgeht.
Was folgt, ist ein abendfüllendes Feuerwerk älterer und aktuellerer Hits von Phil Collins, garniert durch den einen oder anderen Genesis-Klassiker. Täuschend echt und nahe am Original klingt dabei die Stimme von Sänger und Gitarrist Sven Komp, der sowohl Up-Tempo-Nummern wie „Sussudio“ - wobei Markus Hartmann am Bass so richtig in den Seiten wühlen kann - als auch die langsamen Balladen wie „One more Night“ voll im Griff hat.
Apropos Sven Komp: An ihm ist ein echter Komiker verloren gegangen: Nie um einen flotten oder ironischen Spruch verlegen, glänzt das Allroundtalent ganz nebenbei noch als Animateur und Verkleidungskünstler - etwa passend als Prediger („Jesus he knows me...“).
Gekonnte „Zitate“
Dazu klingen immer wieder Reminiszenzen an andere Größen der Rock- und Pop-Musik an: Da schüttelt Gitarrist Uli Opfergelt eben mal Soli aus Deep Purples „Highway Star“ oder van Halens „Jump“ aus dem Ärmel - das kann sogar von der Empore der Fall sein, nachdem der Mann wie ein Irrwisch durch den Saal und die Menge gehuscht ist -, da erklingt plötzlich der Freedom-Refrain aus „Le Freak“ von Chic, und selbst die „Ode an die Freude“ aus Beethovens Neunter kommt zu unerwarteten Ehren. Stark bejubelt auch das kleine Peter-Gabriel-„Special“ - „ein alter Kumpel von Phil“ - mit Solsbury Hill und Sledgehammer.
Das alles verfehlt seine Wirkung nicht und die Fans erjubeln sich einen ausgedehnten Zugabenteil, zu dessen Beginn alle Musiker maskiert und verkleidet - von Prince Charles bis zu Schumi - die Bühne wieder betreten. Für Gänsehaut-Feeling ist immer wieder die Langversion des legendären „In the Air tonight“ gut, und beim stimmungsvollen „Another Day in Paradise“ haken sich die Fans unter und schunkeln im Takt mit.
Endgültiger Abpfiff dann passenderweise mit „Take me home“ - das Publikum ist restlos begeistert, und „Still Collins“ gefiel es scheinbar auch, denn sie würden gerne mal wiederkommen.
mel, Fotos (3): Elfering

