Presse:
Die Rheinpfalz, 13. Oktober 2001
Unsere Anhänger wollen die Hits hören
Sänger Sven Komp über die Musik der Phil-Collins-Coverband "Still Collins"
"Augen zu und man hat das Gefühl, bei einem exklusiven Club-Gig der letzten 'Genesis'-Besetzung zu sein", urteilte die RHEINPFALZ im Februar über das letzte Konzert von "Still Collins" im Pirmasenser Musikclub Quasimoto. Dort steht die Phil-Collins-Coverband auch heute wieder auf der Bühne. Mit deren Sänger Sven Komp sprach unser Redakteur Christian Hanelt.
Sie haben sich ganz darauf konzentriert, die Musik von Phil Collins zu covern. Ist die Band eigens dafür gegründet worden?
Wir haben vorher alle in anderen Bands gespielt. "Still Collins" jedoch wurde als reines Phil-Collins- und "Genesis"- Tributeprojekt gegründet, nachdem im Anschluss an die Konzerte meiner ehemaligen Band viele Zuhörer behauptet hatten: "Mensch, der klingt ja genau wie Phil Collins!"
Sie covern ausschließlich Phil Collins - was macht für Sie den Reiz dieser Musik aus?
Wir haben uns teilweise musikalisch recht anspruchsvolle Titel ausgesucht, die alles andere als einfach zu spielen sind. Es macht uns dann bei Konzerten einen höllischen Spaß zu erleben, wie die Zuhörer auf uns reagieren und wie schnell sie nach der ersten Verblüffung über die Ähnlichkeit zum Original bereit sind, sich von unserer Spiellaune packen zu lassen, uns als munteren Showact empfinden und mit uns feiern.
Covern Sie möglichst originalgetreu oder verpassen Sie den Liedern Ihre eigene Handschrift?
Zunächst steht musikalisch die authentische Reproduktion im Vordergrund, denn der Wiedererkennungsfaktor soll ja möglichst hoch sein. In zweiter Linie verpassen wir dann einigen Titeln unsere persönliche Note durch kleine musikalische Überraschungsmomente.
Spielen Sie auch Stücke von "Brand X", der Jazz-Band von Phil Collins aus den 70er Jahren?
Die Popularität unseres Meisters und meine Stimmähnlichkeit mit ihm sind die Gründe für unseren Erfolg. 95 Prozent unserer Anhänger wollen die Hits hören und kennen sich in der Collins-Historie gar nicht so besonders gut aus. In seltenen Fällen greifen wir mal in die Post-Gabriel-"Genesis"-Kultkiste und spielen ein zwei Titel für die Freaks. Doch "Brand X" geht wirklich zu weit weg von unserem Konzept, zumal Collins hier "nur" getrommelt hat.
Ihre Stimme ähnelt der von Phil Collins sehr. Ist das Ihre natürliche Stimme oder das Ergebnis intensiven Trainings?
Wir treffen uns regelmäßig zum Austausch: Ich seine Stimme - er meine Haare. Nein, Spaß beiseite: Ich brülle einfach mit meiner normalen Stimme drauf los.
Sind Sie Phil Collins schon einmal persönlich begegnet?
Leider nein. Ich weiß nicht einmal, ob er von uns weiß. Ich werde mal versuchen, seine Frau zu kontaktieren - vielleicht engagiert sie uns ja als Überraschung für seine Geburtstagsparty?!
Collins ist ein sehr vielseitiger Musiker - welche Seite von ihm imponiert Ihnen am meisten?
Eindeutig sein unnachahmlicher Stil am Schlagzeug.
Ist der Erfolg Ihrer Band an den Erfolg von Collins gebunden?
Nur indirekt. Ein neuer Hit ist selbstverständlich ein Muss in unserem Repertoire und wird vom Publikum gerne angenommen. Ansonsten ist das Repertoire absolut zeitlos. Dies zeigt auch die starke Radiopräsenz von Phil Collins Titeln, ob sie nun von 1981 oder 1999 sind.