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Presse:

Rheinpfalz online, 5. Februar 2001

Eine Attraktion für die Kultursommer-Eröffnung

"Still Collins" klingen vor über 400 Besuchern im Pirmasenser Quasimoto fast wie Phil Collins - Klasse-Musiker

Klingt es nun wirklich nach Phil Collins oder nicht? Diese Frage dürften sich viele im Vorfeld des Auftritts der Band "Still Collins" im Pirmasenser Quasimoto gestellt haben. Über 400 Besucher kamen am Samstagabend in den Musikklub und überzeugten sich davon, dass zwischen Original und Kopie nur wenig Unterschied auszumachen ist.

Das war bereits nach wenigen Konzertminuten klar. Zum Genesis-Song "I can't dance", eine humorvolle Anspielung auf den Trend, im Videoclip immer ausgefallenere Choreografien von den Pop-Artisten zu verlangen, marschierte die Band quer durch das Publikum zurück auf die Bühne.

Kleiner Test: Augen zu - und man hatte tatsächlich das Gefühl, bei einem exklusiven Klub-Gig der letzten Genesis-Triobesetzung mit dabei zu sein. Hatte man wegen der Bandtour durch den Saal beim Intro mit einer Playback-Einspielung gearbeitet, ging es dann auf der Bühne "live" weiter - und das in hoher spielerischer Qualität und (wie sich das für eine solche Spezial-Cover-Band gehört) genau nach den vorgegebenen Arrangements.

Perfekte Keyboarder

Will man also Nummern wie die pompöse Ballade "Against all Odds" oder den vom typischen Collins-Schlagzeugsound geprägten Hit "Sussudio" nachspielen, dann braucht es dazu erheblichen technischen Aufwand, sehr gute, präzise Musiker und einen Mann an der Technik, der sich auskennt. "Still Collins" - da beginnen die feinen Unterschiede - arbeiten mit zwei Keyboardern. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil die Bläsersätze in der "kleinen Fassung" der Band vom Tasteninstrument kommen. Doch das klingt nahezu genauso perfekt.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei beiden Keyboardern um Tastenfachleute und nicht um trendig aussehende "Pappkameraden", die sich gerade mal an einem Dreiklang "festhalten" können. Sogar die ausgewählten Syntiesounds entsprechen dem Original, ob es nun um Flächenklänge oder Sololinien geht.

Zuweilen mit "richtigem" Collins

Mit dem "richtigen" Phil Collins ist zuweilen Gitarrist Daryl Stuermer unterwegs. Er tourte bis zuletzt mit Genesis. Bei Collins spielt im Rahmen der Studioproduktionen die E-Gitarre eher eine wichtige rhythmische Rolle. Beim "Live"-Konzert bekommt aber auch der Gitarrist eine Chance. Also wird auch das Cover an der Virtuosität von Stuermer, einem absoluten Studioprofi, gemessen. Und sogar hier jubelt das Publikum. Es gibt also tatsächlich noch Bands, die ein technisch ausgefuchstes, rund klingendes Solo von der E-Gitarre anzubieten haben.

Um das Ganze noch zu toppen, gab es kurz vor der Pause ein virtuoses musikalisches Zitat aus einer ganz anderen Epoche und einem nicht verwandten Stil. Als wäre das gar nichts, wird Richie Blackmores kniffliges Solo aus "Highway Star" absolut tongetreu wiedergegeben. Ein Appetithäppchen für E-Gitarren-Freunde und ein Hinweis darauf, dass auf dem Instrument viel mehr geht als die mittlerweile allzu oft bemühten "Power Chords".

Wie von Bernd Breiner, dem Betreiber des Quasimoto, zu erfahren war, sollen "Still Collins" als besondere Attraktion der diesjährigen Eröffnung des rheinland-pfälzischen Kultursommers in Pirmasens auftreten und zwar in der großen Besetzung mit Bläsern, damit alles noch echter klingt. Man darf sich darauf freuen.

Von unserem Mitarbeiter: Hans Scharf

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